Von Jürg Jegge, j.jegge@maertplatz.ch, 3. Fassung (1. Fassung: Berner Lehrertag)
Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen
Vor ein paar Monaten fuhr ich in Wien mit der U-Bahn vom Stadtzentrum in die Vorstadt hinaus. Es herrschte Feierabendverkehr, die Züge waren rappelvoll. Mir gegenüber hatten sich zwei freundliche, korpulente Herren ins Abteil gezwängt; jeder verzehrte mit Inbrunst eine Leberkäse-Semmel. Je weiter sich der Zug vom Zentrum entfernte, desto geringer wurde das Gedränge. Schliesslich sassen nur noch ein paar wenige Leute im Wagen. Meine beiden Nachbarn hatten inzwischen ihre Semmeln zur Gänze vertilgt. Sie wischten sich sorgfältig Mund und Hände mit ihren Taschentüchern ab. Dann standen sie auf, kramten ihre Dienstmarke hervor und begannen, die Fahrscheine zu kontrollieren.
Meine beiden Fahrscheinkontrolleure verkörpern ein Auslaufmodell. Heutige Arbeitnehmer sehen anders aus. Die spielen das Spiel nach den vorgegebenen Regeln. Sie sind loyal gegenüber ihrem Auftraggeber, machen sein Anliegen zu dem ihren, sind zuverlässig und mit Einsatz und Eifer bei der Sache. Ihre eigenen Bedürfnisse stellen sie weit hinten an. Sie sind flexibel, mobil und effizient beim Ausüben ihrer Tätigkeit. Und was die viel besungene Kommunikations- und Teamfähigkeit betrifft, so ist damit selbstverständlich nicht gemeint, dass man sich mit dem Arbeitskollegen oder gar mit Schwarzfahrern solidarisiert. Vor allem aber fehlt diesen beiden etwas ganz Entscheidendes: Der Wille, gemeinsam oder allein besser zu sein als die andern Fallensteller; mehr und immer mehr Schwarzfahrer zu fangen. Nein, mit diesen beiden Exemplaren der Gattung «das unternehmerische Selbst» ist kein Staat zu machen, als «Ich-AG» würde jeder von ihnen sofort in Konkurs gehen.
Aber knöpfen wir es uns vor, zur näheren Betrachtung, dieses «unternehmerische Selbst», das die Arbeitswelt der gegenwärtigen Neuzeit bevölkert. Seine auffallendsten Eigenschaften habe ich beschrieben: Es ist all das, was meinen Wiener Fahrscheinkontrolleuren fehlt. Die belgischen Erziehungswissenschaftler Jan Masschelein und Maarten Simons gehen noch etwas näher an dieses seltsame Subjekt heran, wenn auch auf eine etwas theoretische Weise: «Sich selbst gegenüber nimmt es eine kritisch-objektivierende Haltung ein. Um Schritt zu halten und zu überleben, ist es notwendig, die eigenen «Ressourcen» zu kennen, sie zu nutzen und zu entwickeln, sich strategische Ziele zu setzen und sich diesen anzupassen, auf der Grundlage permanenter Evaluation nach Optimierung zu streben, die Initiative zu ergreifen anstatt lediglich zu reagieren, sich flexibel auf neue Forderungen und sich ändernde Bedingungen einzustellen. Dies alles selbstverständlich flankiert von einer ganzen Reihe von Experten, Instanzen und Behörden, die behaupten, dass das Selbst bei Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und professioneller Techniken ein besseres und glücklicheres Leben führen würde».
So ganz glücklich scheint in Friedenszeiten das Setzen strategischer Ziele doch nicht zu machen. In den Berner Trams wirbt eine Managerschule mit dem Spruch: «Stillt den Erfolgshunger.» Und daneben sind vier verschiedenfarbig lackierte, zerkaute Bleistifte zu sehen. Ich weiss kein besseres Bild für die infantile Verzweiflung dieser Art der Sättigung: Als nächstes kommen die Fingernägel dran.
Das reicht einstweilen. Wir wollen die Ich-AG jetzt in die Pause schicken. (Wir können ihr ja als Pausenbrot statt einer Leberkäse-Semmel ein paar Bleistifte mitgeben.) Wir werden sie später wieder hereinlassen. Aber eines ist klar: Mit solchen Figuren ist mehr Staat zu machen als mit meinen beiden Wiener Reisekameraden.
In der Zwischenzeit befassen wir uns mit einer Erscheinung, die schon beinahe ganz ausgestorben ist: dem Lehrer als Dorfkönig. Der war Lehrer, zugleich Feuerwehrkommandant, sass im Gemeinderat, dirigierte den Männerchor; und möglicherweise den Frauenchor gleich mit. Lehrerinnen waren eher selten, und wenn sie nicht wegzogen, blieben sie meist unverheiratet. Da das Dorf vor allem von Bauern und ein paar wenigen Handwerkern bevölkert war, galt der Lehrer als der Gstudierte. Zugleich war er der beste Steuerzahler. Im Dorf wirkte er schon seit Jahren. Wenn der Schulpräsident zu ihm auf Schulbesuch kam, sagte er ehrfürchtig: «Grüezi Herr Frei»; und der König sprach: «Grüez di Fritz.» Die Schulpfleger hatten allesamt bei ihm in der Schule gesessen. Zwischen dem Herrscher und seinem Schulvolk bestand ein gehöriger Respektsabstand.
Es existierten in den grösseren Dörfern auch Quartierkönige, in den Städten Stadtteilkönige. Sie traten in der Mehrzahl auf, was ihre Wirkung natürlich schmälerte. Auch sie konnten im Einzelfall sehr viel Macht ausüben.
Nicht dass die alle ihre Macht missbraucht hätten. Unzählige von ihnen ermöglichten Kultur in den Landgemeinden. Sie leiteten Chöre und Theatergruppen, spielten die Orgel im Sonntagsgottesdienst, sie schrieben die Dorfchronik oder organisierten die Volkshochschulkurse und waren an vielen Orten für das Gemeindeleben unentbehrlich. Vielen war die Macht, die sie hatten, eher peinlich, wohl die meisten versuchten redlich, sie durch persönliche Autorität und grossen Einsatz zu rechtfertigen. Aber da gab es auch solche, die noch eine andere Seite aufwiesen. Bei mir im Nachbardorf pflegte einer seinen Schülern (auch den Schülerinnen) so viele Ohrfeigen zu verpassen, wie diese Fehler im Diktat gemacht hatten. Die Eltern, die ihn am Abend in der Chorprobe sahen, hätten nie gewagt, ihn dafür zur Rede zu stellen. Sie selber hatten ja seinerzeit in der Schule auch nicht zu den «Hellsten» gehört. So sagten sie, bei ihm hätte man wenigstens etwas gelernt, und niemandem fiel auf, wie verräterisch dieses «wenigstens» war. «Wohl dem Volk, dass es jauchzen kann», schreibt der Psalmist.
Ein heutiger Psalmist der Macht ist der frühere Leiter des deutschen Elite-Internats Schloss Salem, Bernhard Bueb. Er schreibt in seinem Buch «Lob der Disziplin»: «Ein ungestörtes Verhältnis zu Disziplin und Gehorsam werden wir erst gewinnen, wenn wir das Machtgefälle zwischen Eltern, Erziehern und Lehrern zu Kindern und Jugendlichen ohne Vorbehalte anerkennen. Ein möglicher Missbrauch darf kein Einwand sein. Wir müssen uns dazu durchringen, legitime Macht als Autorität anzuerkennen, die Macht Gottes, die Macht des Staates und die Macht der Erziehungsberechtigten». Nun wurde diese legitime Macht dem Dorfkönig nicht einfach wie einem Salemer Elitezögling in die Wiege gelegt. Er, in der Regel von Haus aus ein aufgeweckter Handwerker- oder Arbeiterbub, hatte dafür gezahlt, und zwar teurer bezahlt als seine Kollegen, deren Väter bereits Lehrer oder gar Akademiker waren und die gewissermassen einen Startkredit hatten. Er hatte seine Macht erwerben müssen: Durch gute Noten in der Volksschule, durch ausreichende im Lehrerseminar, durch begeistertes Musizieren oder einfallsreiches Werken, durch Aufmerksamkeit im Praktikum, durch Nervenstärke bei der Abschlussprüfung. Den Rest besorgten später das Älterwerden und die anschwellende Berufserfahrung. Dafür besass er sie jetzt, diese Macht, und er konnte, wenn er wollte, von ihr Gebrauch machen. Das stimmt nicht ganz. Er musste auch jetzt noch Zinsen bezahlen. Diese zahlte er in der Form von standesgemässem Wohlverhalten. Wenn er etwa mit der Kindergärtnerin im Konkubinat lebte, konnte das seiner Macht höchst abträglich sein.
Er besass (ich folge hier einer Einteilung des Soziologen Heinrich Popitz) Aktionsmacht. Er strafte, notfalls auch körperlich. Wenn die Schüler sich dagegen auflehnten, geschah das meist mit Bubenstreichen, auf die er mit neuen Strafen reagierte. Er besass auch Strukturmacht. Von ihm und seiner Beurteilung hing es wesentlich ab, was ein junger Mensch später für einen Beruf erlernen konnte, ob er Gelegenheit bekam, über den Rand des Dorfes hinaus zu wachsen («So ein pfiffiges Bürschlein muss doch ins Seminar!») oder ob er im Dorf verblieb, wie es vor allem vielen Mädchen passierte. Und er besass autoritative Macht oder Konditionalmacht. Die Leute im Dorf waren, dank dem, was sie zu Hause und seinerzeit in der Schule an Erziehung genossen hatten, und dank der allgemeinen Überzeugung, dass Ordnung sein müsse, tief innen einverstanden mit dem, was er tat. «Komm ja nicht aus der Schule heim und erzähle, der Lehrer habe dir eine Ohrfeige gegeben; du kriegst von mir gleich auch noch eine!» Viele von uns haben als entsetzte junge Lehrer diesen Satz noch von Kindsvätern zu hören bekommen.
Er wurde schon auch kontrolliert. War er Berner, stand ihm von Zeit zu Zeit der Schulinspektor ins Haus, war er Zürcher, kam jedes Jahr zwei Mal der Visitator. Für diesen Fall hatte er ein paar Schubladen-Lektionen im Schrank. Ausserdem gewöhnten sich der Berner und sein Inspektor mit der Zeit aneinander und liessen einander in gut patriarchalischer Manier leben. Und falls sein Zürcher Kollege einen aufsässigen Visitator erwischt hatte, legte er die Ohren an: In zwei oder vier Jahren war der Spuk vorbei, und es tauchte wieder eine neue Kraft mit anderer Sichtweise auf. Der Macht des Dorfkönigs war das meist weiter nicht abträglich.
Aber allmählich begann seine Macht doch zu bröckeln. Am Sonnenhang des Dorfes wurden neue Einfamilienhäuser gebaut und von Leuten aus der Stadt bezogen. Die hatten in ihren Büchergestellen Bücher von Wohlfühlpädagogen und Kuschelpsychologinnen stehen und sie möglicherweise auch gelesen. Viele der Neuankömmlinge fanden den Dorfkönig als Figur eher komisch und das gerade amtierende Exemplar höchst lästig. An Elternabenden begannen sie zu diskutieren oder unangenehme Fragen zu stellen, was nach einer Schrecksekunde von mehreren Jahren die Alteingesessenen ihnen nachmachten. Und die allerletzten Überlebenden der Gattung mussten noch erleben, wie so ein frisch zugezogener naseweiser Viertklässler sie in irgend einer Sachfrage korrigierte, die sie gerade im Brustton der Überzeugung vor den Kindlein klärten, und behauptete, da habe er aber im Internet etwas ganz anderes gelesen. Nein, die Dorfkönige hatten in ihren letzten Dienstjahren kein leichtes Dasein mehr. So waren alle erleichtert, wenn wieder einer pensioniert wurde, nicht zuletzt auch der selber. Heute sind sie fast völlig ausgestorben.
Und jetzt wollen wir das «unternehmerische Selbst» wieder hereinlassen, zur näheren Besichtigung. Es ist, habe ich gesagt, mit ihm mehr Staat zu machen als mit meinen beiden Wiener Kontrolleuren. Es ist mit ihm auch mehr Geld zu machen. Die Ich-AG ist der ideale Arbeitsesel des Neoliberalismus. Lässt man die wohltönenden theoretischen Grundlegungen beiseite, ist der Neoliberalismus nichts anderes als ein politisches Projekt, das den Wirtschaftsunternehmen eine möglichst grosse Freiheit lässt. Umweltaspekte, soziale Gesichtspunkte, Verpflichtungen zur Ausbildung (z.B. mit der Bereitstellung von Lehrplätzen), stadt- und landschaftsplanerische Überlegungen und dergleichen gelten dabei eher als «Hindernisse», auf jeden Fall kommen sie erst in zweiter Linie. Aber auch für die Ich-AG gilt: «Wenn man durch Arbeit reich werden könnte, würde die Mühle dem Esel gehören.» Doch lässt sich nicht nur mit der Arbeit des Esels Geld verdienen. Man kann auch die Effizienz dieser Arbeit steigern, den Esel antreiben, mehr zu arbeiten als die anderen Esel. Und: Man kann die weniger effizienten Esel überflüssig machen, sie auf eine karge Weide in die Freiheit vertreiben. Und wohin geht all das mit Effizienz verdiente Geld, wenn‘s die Esel nicht kriegen? Die Mühle ist längst eine Aktiengesellschaft, womöglich eine international tätige. Man braucht bloss die von Zeit zu Zeit veröffentlichten Erfolgsmeldungen auf den Wirtschaftsseiten zu lesen, um zu sehen: Das Geld bekommen die Besitzer oder die Grossaktionäre der Mühle und die obersten Mahlknechte. Es mag einfältig klingen, und ist doch so: Egal, ob man in dieser Mühle mahlt, Dienstleistungen anbietet oder Geld herumschiebt – wenn sie dort nicht noch heimlich im Keller eine Falschmünzerei betreiben, müssen ihre Gewinne zu einem guten Teil aus der Arbeit der verbliebenen und der Nichtarbeit der vertriebenen Esel stammen.
Was aber treibt die Esel zur Arbeit an?
Hier wollen wir aus dem beschaulichen Mühlenbild aussteigen. Ganz ernsthaft: Was in aller Welt bringt all diese «unternehmerischen Selbste» dazu, ihre «Humanressourcen» fast uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen, sprich: Sich zu schinden für Leute, die damit unglaubliche Gewinne einfahren und sie doch bei nächster Gelegenheit auf die Strasse stellen? Vier Antworten fallen mir dazu ein:
1. Die Leute müssen sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Die wenigsten sind Erbtanten derart reich gesegnet, dass das nicht notwenig ist.
2. Sie möchten später einmal zu dort landen, wo das Geld hinfliesst. Natürlich sind dort oben lange nicht so viele Plätze frei, wie unten aufstiegswillige junge Menschen am Kraxeln sind. Aber das führt nur dazu, dass die umso eifriger kraxeln. Und dass sie ihre Mitkraxler als Konkurrenten erleben, die ihnen die spärlichen Plätze streitig machen. Sie müssen also einsatzfreudiger und kommunikativer sein als die andern.
3. Sie fürchten, ihre Arbeit zu verlieren, dereinst zu den Armen oder gar zu den Obdachlosen zu gehören, wenn sie nicht genügend effizient, zuverlässig und flexibel sind. Diese Angst teilen sie mit tausenden von anderen Ich-AGs, abhängigen und scheinbar unabhängigen.
Schliesslich: Sie haben all das verinnerlicht. Es ist ihnen in Fleisch und Blut, und, schlimmer noch, in Hirn und Seele eingedrungen.. An dieser Verinnerlichung arbeitet wirkungsvoll und mit zunehmendem Eifer eine uns wohlbekannte Institution: die Schule.
In der Schule findet gegenwärtig ein ziemlich dramatischer Umbau statt. Ist Ihnen aufgefallen, wie oft Schulfachleute aller Art von der Schule als «Baustelle» reden? Tatsächlich: Die Schule, vom Kindergarten bis zur Universität, wird umgebaut; umgebaut zum Fitness-Center für die Arbeitsesel des Neoliberalismus. Die zukünftigen «unternehmerischen Selbste» holen sich dort ihre «Kernkompetenzen» und ihre «Qualifikation». Zugleich, als logische Konsequenz, soll auch die Schule zum Unternehmen werden, das unter Effektivitäts- und Effizienzgesichtspunkten, orientiert an betriebswirtschaftlichen Kriterien, mit Techniken der Personalführung gesteuert wird.
Erstes Beispiel: das neue Zeugnis für die Primarschule des Kantons Zürich (ähnliche Zeugnisse sind in vielen andern Kantonen ebenfalls unterwegs):
Interessant ist vor allem die Beurteilung des Verhaltens. Da erscheinen unter dem Titel Arbeits- und Lernverhalten sowie Sozialverhalten folgende Kategorien:
– Erscheint pünktlich und ordnungsgemäss zum Unterricht,
– Beteiligt sich aktiv am Unterricht,
– Arbeitet konzentriert und ausdauernd,
– Gestaltet Arbeiten sorgfältig und zuverlässig,
– Kann mit anderen zusammenarbeiten,
– Schätzt die eigene Leistungsfähigkeit realistisch ein,
– Akzeptiert die Regeln des schulischen Zusammenlebens,
– Begegnet den Lehrpersonen und den Mitschülerinnen und Mitschülern respektvoll.
Bei all diesen Punkten stehen vier Felder zum Ankreuzen, von «Trifft zu» bis «Trifft nicht zu».
Das erinnert an die Mitteilung auf der Comellaflasche:
1000 ml enthalten ca.
Energie 270 kj (63 kcal)
Eiweiss 3,5 g
Kohlenhydrate 10 g
usw.
Es handelt sich bei diesem Zeugnis um eine Produktinformation. Informiert wird genau über jene Fähigkeiten, die das unternehmerische Selbst aufweisen muss. Es ist natürlich im Sinne des Konsumenten, hier des zukünftigen Ausbildners oder Arbeitgebers, wenn der über die Qualität der angelieferten Ware möglichst genau informiert wird. Aber mit diesen Kategorien einem jungen Menschen gerecht zu werden, ist eine ziemlich verzweifelte Angelegenheit. Das leistete auch das alte Zeugnis nicht, mit seinen drei Verhaltensrubriken «Betragen», «Fleiss und Pflichterfüllung» sowie «Ordnung und Reinlichkeit». Aber da war es offensichtlich, während hier die Beurteilung scheinbar differenziert daherkommt und doch den Menschen nicht zu erfassen vermag. Eine solche Festschreibung ist nur schon deshalb eine Anmassung, weil Menschen sich entwickeln. Wenn ich mich erinnere, was für ein seltsames Geschöpf ich selber in diesem Alter war! Zu meinem Glück hat das nie ein Lehrer festgehalten. Zudem sind weitaus die meisten dieser Kategorien mindestens ebenso ein Qualitätsmerkmal für die Lehrperson wie für die Schüler. Wir alle kennen Kinder, die nach einem Lehrerwechsel wie ausgewechselt waren.
Beispiel zwei: die neu einzuführenden Bildungsstandards. Ich erzähle da nichts Neues: Am Ende des 2., des 6. und des 9. Schuljahres sollen alle Schweizer Schüler in den Kernfächern einem Test unterzogen und darauf geprüft werden, ob ihr Wissen einem festgelegten Mindeststandard entspricht. Damit wird ein landesweites Kontrollinstrument geschaffen, von dem uns niemand, weder die Bildungspolitiker noch die beteiligten Wissenschaftler, verbindlich erklären kann, wie und gegen wen es angewendet wird.
Das sind nun keineswegs Nachtgedanken schweissnasser Paranoiker. In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» machte selbst ein Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von HarmoS auch auf die Gefahren dieser Unternehmung aufmerksam: «Braucht man Standard-Testresultate (...), um Lehrer oder Schulen zu belohnen oder zu bestrafen? (...) Es kann dazu führen, dass sich der Unterricht auf eine Art Drill in den Testfächern verengt. Es führt sogar zu Betrug, wenn zum Bespiel schlechte Schüler zufällig am Testtag ‹krank› sind oder in Sonderschulen abgeschoben werden – all dies kennt man aus Erfahrungen in anderen Ländern. Die Politik muss deshalb ganz klar stellen, was mit den Ergebnissen (...) passieren soll.» Und auf die Frage: «Ist das noch nicht klar?» antwortet der Wissenschaftler: «Nein, leider noch nicht.»
Aber die Erfahrung zeigt: Von dem, was man uns im Schulwesen mit einer lustigen, farbigen Powerpointpräsentation vorgeschwärmt hat, halten wir nach Schluss der Veranstaltung meist eine graue Schwarzweisskopie in Händen. Das jüngste Beispiel ist der Fremdsprachenunterricht in der Primarschule. Da erzählte man uns, dass er ganz spielerisch vor sich gehen werde. Und wenige Jahre später erteilt man Noten. Damit dem Fach die gebührende Beachtung zuteil werde. Nein, wenn so ein Kontrollinstrument bereitsteht, wird es auch angewendet. Die Erde ist keine Scheibe.
Drittes Beispiel: die teilautonome Volksschule. Da hat wenigstens die Schwarzweisskopie gehalten, was die farbige Präsentation versprach: Die Lehrpersonen haben tatsächlich einen Teil ihrer Autonomie verloren. In vielen Schulhäusern ist denn auch Ernüchterung spürbar. Allerdings wird das Problem meist auf der persönlichen Ebene abgehandelt. Wo der Umbau nicht klappen will, ist der Schulleiter schuld und wird «gemobbt», wo er klappt, wird der Schulleiter als leuchtendes Beispiel seines Standes gelobt.
Das ist nun freilich keine Spezialität der Volksschule. Steckte man früher einem Dozenten der Pädagogik oder Sozialarbeit ein Thema für eine wissenschaftliche Untersuchung, so bedankte sich der für die gute Idee und sagte, seine Studentinnen würden dabei bestimmt etwas lernen. Heute kriegt er rote Ohren und meint, der Gedanke sei ja gut, aber er brauche einen Auftrag und jemanden, der die Untersuchung bezahle. Und es ist deutlich seine Verlegenheit über dieses ergreifende Exempel wissenschaftlicher Freiheit zu spüren.
Ein viertes Beispiel ist die zunehmende Auffächerung in Schultypen und Niveaus und die damit verknüpfte Vorverteilung von Lebenschancen. So ist man gerade dabei, in der Kindergärtnerinnen-Ausbildung den Nachkommenden das Nachkommen zu erschweren: die Matura wird zur Voraussetzung. Mit Qualitätssteigerung hat das nichts zu tun. Das Geschick im Umgang mit Kindern ist nicht matura-abhängig. Aber unzähligen Menschen wird eine biografische Chance genommen. Besser: Diese Chance ist nur mehr mit zusätzlichen Verrenkungen zu erreichen, zu denen nicht alle jungen Leute haben. Die Durchlässigkeit existiert in erster Linie in Form von Pfeilchen auf den Hochglanzpapieren.
Worum geht es bei diesem ganzen Umbau? Ökonomisch gesehen handelt es sich wohl um eine Mängelverwaltung. Der neoliberale Staat soll ja auch finanziell abgespeckt werden. Da hat die Bildung, wie die Kultur oder das Soziale, ihren Beitrag zu leisten. Besser gesagt: da werden weniger Beiträge geleistet. Und es ist allemal bequemer, die Lehrerschaft beschäftigt sich mit dem Mobben des Schulleiters, als dass sie den Mangel benennt und womöglich ein politisches Problem daraus macht.
«Regierungstechnisch» gesehen geht es bei diesem Umbau um die Kontrolle über das Schulvolk, und zwar über die Schüler- sowie die Lehrerschaft. Aber: «Wenn Regulierungen überborden, erstickt das Recht der Jugend auf eine offene Zukunft, das ein Recht auf Zweifel, wirkliches Verstehen, auf umwegreiche Annäherung, auf Langsamkeit und die Durchdringung individueller Betroffenheiten und Schwierigkeiten ist. Das gilt für alle Bildungseinrichtungen und Bildungsinhalte, von der Grundschule bis zur Universtität.» Das schreiben sieben profilierte Erziehungswissenschaftler aus Deutschland in einer gemeinsamen Erklärung.
Pädagogisch gesehen geht es um die Fabrikation der Ich-AG, um ihre permanente Optimierung auf der Grundlage stetiger und differenzierter Evaluation. Mit anderen Worten: Es geht um die Implantierung des Konkurrenzgedankens in die Gehirne und in die Seelen, die der Kinder wie die der Schulfachleute. Gib mir heute meinen täglichen Sieg über andere. Denn: Einfach so, als ein Mensch, bin ich noch nichts. Erst das Ranking, das Zeugnis, der Standard-Test weist mir meinen Platz in der Welt zu. Der Einwand, im Zeugnisformular stehe immerhin die Rubrik «kann mit andern zusammenarbeiten», zieht nicht. Mit dieser Zusammenarbeit ist ja nicht das Einflüstern oder Abschreiben gemeint. Vielmehr geht es darum, dass die Gruppe andere Gruppen übertrumpft.
Wie zeigt sich, auf den Baustellen und nach dem Umbau, die Macht des Personals? Hat sich da seit der Zeit des Dorfkönigs etwas verändert? Die Aktionsmacht scheint kleiner geworden zu sein. Es wird in den Schulen sicher weniger geschlagen und eingesperrt. Der «Prozess der Zivilisation» (Elias) scheint hier ein kleines Stück weitergekommen zu sein, wenn auch in Einzelfällen ein sehr kleines Stück. Zynische oder herabsetzende Bemerkungen, Blossstellen – das kann einen Menschen ebenso schädigen wie körperliche Gewalt.
Die Strukturmacht der Lehrpersonen ist nach wie vor gross. Sie entscheiden ja letztlich über das schulische Weiterkommen der Kinder. Wer da ausgeschieden und einem Schulzug mit geringeren Anforderungen zugeteilt wird, tut sich auch schwerer damit, das wieder aufzuholen. Die Schule funktioniert nach wie vor als Sortieranstalt für spätere Berufs- und Lebenschancen. Und es wird immer heftiger sortiert.
Die Konditionalmacht scheint mir ungleich grösser als früher – wenn der Vorgang der Erziehung, eigentlich der Verinnerlichung gelingt. Das unternehmerische Selbst ist ja grundsätzlich damit einverstanden, dass alles und jedes an ihm gemessen, verglichen und beurteilt wird. Autonomie ist die freie, selbstbestimmte Unterwerfung unter die Regeln, in unserem Fall die des Marktes, der Ökonomie.
Neu dazugekommen ist, was Popitz die datensetzende Macht nennt. Wer durch die schulische Sortiermaschine in der untersten Abteilung angekommen ist (in dieser Richtung funktioniert die Durchlässigkeit hervorragend), findet später nur mit Glück oder mit grösster Kraftanstrengung wieder heraus. Für die Schule gilt das «datensetzend» auch im wörtlichen Sinn: Meine Stärken wie meine Schwächen, mein Schulbesuch wie meine Absenzen, meine Leistungen wie meine Fehlleistungen sind evaluiert, bewertet und abgespeichert. Die Produktinformation über mich ist perfekt. Sie entfaltet ihren vollen Charme erst bei der Lehrstellen- und bei der Arbeitssuche. Immer öfter werden die Bittsteller darauf aufmerksam gemacht, dass da im Lebenslauf drei Monate wären, von denen nicht ersichtlich sei, was man damals getan oder gottbhüetis nicht getan habe. Ungewöhnliche Lebensläufe, Lebensgeschichten mit Erschwernissen, mit Umwegen werden so immer mehr zum Problem, einseitige Begabungen ebenfalls. Und was jeder halbwegs bedeutende oder sich bedeutend dünkende Mensch in seinen Memoiren ausgiebig unternimmt, nämlich die eigene Lebensgeschichte zuhanden der Umwelt zu polieren, wird den meisten Leuten verunmöglicht. Sie haben nicht einmal mehr die Chance, ihr mangelhaftes Schulzeugnis zu verlieren.
Also bleibt alles besser? Nicht ganz. Die Lehrerin ist den beschriebenen Zwängen selber auch unterworfen. Das ist nicht mehr vergleichbar mit dem gemütlichen Schulbesuchswesen vergangener Zeiten. Sie bekommt, genau wie ihre Schüler, die datensetzende, die Konditional- und die Strukturmacht zu spüren, bei Evaluationen, Mitarbeiterinnengesprächen und Zielvereinbarungen. Da hat sich wirklich etwas verändert. Ihre Macht wird nicht mehr erworben. Sie wird verliehen: Um den Preis ständiger Anpassung, immerwährender aktiver und passiver Kontrollbereitschaft und stetiger beflissener Weiterbildung.
Und wie bekommt dieses Fitnesstraining den Schülern? Sie reagieren sehr unterschiedlich. Da gibt es schon solche, die gestärkt daraus hervorgehen. Das dürften die etwas über 40% der Drittklässler sein, die nach einer Untersuchung im Kanton Zürich noch keine schulische oder therapeutische Unterstützung brauchten. Andere kauen an Bleistiften, an den Fingernägeln, an der Seele. Oder sie stumpfen sich ab und werden beschulungsresistent. Und einige schlagen los, dumpf gegen irgend etwas, das sie zwingt, die einen; gezielt gegen die vorhandene Vertreterin des Leistungsprinzips die andern. Sie tun es mit aktiver Beteiligung, effektiv, konzentriert und ausdauernd, im Team, ganz wie andere Ich-AGs. Einige werden einander zu übertrumpfen versuchen, so wie sie’s zuhause und in der Schule täglich tun. Nur werden sie dafür nicht gelobt. So kann es vorkommen, dass die Lehrperson auch vor Aktionsmacht nicht sicher ist. Es kann geschehen, dass das Schulvolk unregierbar wird und zum Ursprung seiner Wortbedeutung mutiert: Haufe, Kriegerschar. Wenngleich die unbotmässigen Schüler angesichts der geballten strukturellen und datensetzenden Macht meist am kürzeren Hebel sitzen. Ihr einziger Trumpf sind ihre noch unverbrauchteren Nerven.
So. Und jetzt wollen wir uns noch einmal dem unternehmerischen Selbst zuwenden. Ich bin ja nicht eben freundlich mit ihm umgegangen. Ich habe es hin- und hergeschickt, öffentlich seziert und einen Esel geheissen. Aber das unternehmerische Selbst ist kein Mensch, sondern ein Leitbild, eine uns aufgezwungene Zielvereinbarung darüber, wie wir zu sein und wohin wir zu erziehen haben. Und dies, damit die Mühlen des Neoliberalismus noch reibungsloser klappern. Der Zwang zu dieser Zielvereinbarung wird zusehends stärker. Menschen aber – Menschen sind anders. Sie sind vor allem fehlerhafter. Sie sind nur beschränkt optimierbar, nicht allzeit funktionstüchtig, anfällig für Ängste vielfältiger Art. Ausserdem scheinen die meisten ein tief sitzendes Bedürfnis nach menschlicher Solidarität zu haben. Alles Dinge, die bei der Ich-AG nicht vorgesehen sind.
Ein Freund philosophierte kürzlich gegen Mitternacht im Wirtshaus: «Der liebe Gott ist gerecht. Wenn er dir das eine Bein kürzer wachsen lässt, macht er dafür das andere etwas länger.» Man ist vielleicht trotzdem gut beraten, in einem solchen Fall es nicht bei dieser Art von Gerechtigkeit bewenden zu lassen, sondern den Orthopäden aufzusuchen, der einem für das kürzere Bein eine dickere Schuhsohle anpasst. Was aber tun wir in unserem Fall, wir, die wir die Fitnesstrainer der neoliberalen Arbeitsesel sein sollten?
Zum ersten plädiere ich für eine Kultur der kleinen menschlichen Regungen. Es ist ja nicht wahr, dass es mit der Welt einfach bachab geht. Wer sie sehen will, findet überall Gegenbeispiele. Da löst eine Naturkatastrophe eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Da gibt es funktionierende Nachbarschaften, sogar zwischen Schweizern und Ausländern. Da können seltsame Institutionen wie der Märtplatz dank Spenden überleben. Aber es geht um mehr:
Die Wirtin, die ihr Lokal sorgfältig führt, so dass sich die Gäste darin wirklich wohlfühlen, der Billetkontrolleur, der einen armen Teufel von Schwarzfahrer laufen lässt, die Lehrerin, die einen schwachen Schüler in die nächste Klasse mitnimmt oder bei der Produktinformation ihr Kreuzlein etwas weiter vorne macht als im Ärger geplant... Sie alle tragen zur Vermehrung der menschlichen Solidarität und damit zur Freundlichkeit der Welt bei. Vielleicht sind meine beiden Wiener Fahrscheinkontrolleure gar keine Auslaufmodelle, sondern Pioniere dieser Freundlichkeit. Sie zeigen uns vor, wie das geht: Einen Auftrag erfüllen, ohne gröberen Schaden anzurichten, bei anderen und bei sich selber.
Zweitens, meine ich, geht es darum, diese Freundlichkeit ganz entschlossen in die Schule oder in den Märtplatz hinein zu verlängern. Anders gesagt, unsere Kreativität und unsere Teamfähigkeit zugunsten der heranwachsenden Menschen einzusetzen. Was fällt uns alles ein, die Schule (oder den Märtplatz) noch lebendiger, vielfältiger, fröhlicher, grosszügiger zu machen? Mehr Freiheit für die Entwicklung der Schüler und Lehrerinnen zu erreichen, mehr Respekt, mehr Vielfalt an Anregungen? Das Schul- wie das Ausbildungswesen ist eine saftige Weide. Darin ist ein Trampelpfad ausgetreten, auf dem wir meist dahintrotten. Die besten Kräuter finden sich aber weit abseits dieses Pfads. Verlassen wir doch den Trampelpfad! Besinnen wir uns auf unsere immer noch auffindbare grosse Tradition einer lebendigen Schule. Fragen Sie einen Bergbauern: Der Sinn der Alpsömmerung ist, dass die Jungtiere sich Kraft für den Winter holen und nicht, dass sie möglichst schnell auf den Kuhwegen herumrennen.
Auch sollten wir uns nicht dazu hergeben, als Fitnesstrainer den Ehrgeiz und das Konkurrenzdenken der Kinder anzustacheln. Sogar eine des idealistischen Überschwangs gewiss unverdächtige Disziplin wie die Neurobiologie erklärt uns, dass der Mensch von seiner Disposition her auf Mitmenschlichkeit ausgerichtet ist, nicht auf Konkurrenz und den Kampf ums Dasein.
Und schliesslich: Der Neoliberalismus ist kein Naturereignis. Er ist ein politisches Projekt. Eines, das mit sehr viel Fortschrittsgetue durchgezogen wird. Wer aufmuckt, gerät in den Geruch, ein knurriger Hinterwäldler und Sozialromantiker zu sein. Der Neoliberalismus ist aber auch ein Projekt, das deutlich mehr Menschen schadet als nützt. Diesem Projekt muss auf der politischen Ebene gegengesteuert werden. Gegenwärtig wird der Zaun immer enger gemacht, der Raum unserer pädagogischen, sozialen und kulturellen Möglichkeiten kontinuierlich verkleinert. Wir sollen mit immer weniger Weideland immer fittere Esel abliefern. Die Landdiebe sitzen in allen politischen Gremien und Parteien. Wir müssen ihnen entgegentreten.
Das Projekt «Neoliberalismus» wirbelt mächtig viel Staub auf. Wenn sich der etwas gelegt hat, bleiben ein paar Konzepte aus dem 18. oder 19. Jahrhundert zurück. Zum Beispiel der Glaube, dass der Markt gleichsam von alleine, mit «unsichtbarer Hand» das Glück der Menschen ermöglicht. Oder die Überzeugung, dass das Leben ein Kampf ums Dasein ist, in dem nur die fittesten überleben. Und mit diesem geistigen Rüstzeug sollen die Aufgaben unseres Jahrhunderts angegangen werden? Zum Beispiel das Problem, dass doch alle Menschen ein Recht auf ein ordentliches Leben haben. Oder dass wir immer besser Bescheid wissen über die Verschiedenheit der Kinder, die in unseren Schulen beisammen sitzen, und die nach ihren unterschiedlichen Begabungen und Interessen gefördert werden wollen. Gar so fortschrittlich dünkt mich da der Rückgriff auf weit über hundertjährige Konzepte eigentlich nicht. Wir müssen uns einmischen, diese Zusammenhänge zur Debatte stellen.
Was ich hiermit versucht habe.
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1 Masschelein/Simons 2005, S. 28 f.
2 Psalm 89.
3 Bueb 2006, S. 61
4 Popitz 1992, S. 22 ff.
5 Ich folge hier einer Definition von Joachim Bauer (Bauer 2006, S. 201 f.). Zur theoretischen Grundlegeung des Neoliberalismus s. die Zusammenfassung bei Bröckling 2007, S. 76 ff.
6 Radtke, in Brumlik 2007, S. 237
7 www.volksschulamt.zh.ch
8 NZZ am Sonntag, 1. April 2007
9 Liessmann 2006
10 Fünf Einsprüche gegen die technokratische Umsteuerung des Bildungswesens: Das Bildungswesen ist kein Wirtschaftsbetrieb (www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/einsprueche/index.html).
11 Moser/Keller/Tresch 2003
12 Huisken 2007
13 Bröckling 2007, S. 126
14 Brecht: Gedichte 1947-1956
15 www.maertplatz.ch
16 Bauer 2006
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Literatur:
Bauer, Joachim: «Prinzip Menschlichkeit», Hoffmann und Campe, Hamburg 2006
Bueb, Bernhard: «Lob der Disziplin», List Verlag, Berlin 2006
Brumlik, Micha (Hrsg.): «Vom Missbrauch der Disziplin», Beltz, Weinheim und Basel 2007
Bröckling, Ulrich: «Das unternehmerische Selbst», Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007
Bröckling, Ulrich, Krasmann, Susanne und Lemke, Thomas: «Glossar der Gegenwart», Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
Dzierbicka, Agnieszka und Schirlbauer, Alfred (Hrsg.): «Pädagogisches Glossar der Gegenwart», Löcker Verlag, Wien 2006
Huisken, Freerk: Über die Unregierbarkeit des Schulvolks, VSA Verlag, Hamburg 2007
Liessmann, Konrad Paul: «Theorie der Unbildung», Zsolnay Verlag, Wien 2006
Masschelein, Jan und Simons, Maarten: «Globale Immunität», Diaphanes Verlag, Zürich-Berlin 2005
Moser, Urs, Keller, Florian und Tresch, Sarah: Schullaufbahn und Leistung, h.e.p. Verlag, Bern 2003
NZZ am Sonntag: «Prüfen, was unser System leistet», Interview mit Matthias Behrens, 1. April 2007, S. 83
Popitz, Heinrich: «Phänomene der Macht», Moor, Tübingen 1992
Volksschulamt des Kantons Zürich: Neues Zeugnis für die Primarschule
